Erhöhte Tragfähigkeit und verbesserte Energieeffizienz der Verzahnung

Das kontinuierliche Wälzschleifen ist das wirtschaftlichste Verfahren der Hartfeinbearbeitung von Zahnflanken. Seit Reishauer dieses Schleifverfahren 1945 erfunden hat, blieb die Technologieführerschaft fest in den Händen des Unternehmens.

Das Schleifen erfolgt im gehärteten Zustand des Werkstückes, womit sämtliche geometrische Ungenauigkeiten der Vorbearbeitung und die Härteverzüge eliminiert werden. Zusätzlich zur Erzeugung der hochgenauen Geometrie werden mit dem Schleifen auch hervorragende Oberflächengüten erzielt.

Durch das sogenannte kontinuierliche Shiften – einem konstanten, seitlichen Versetzen der Schleifschnecke während des Schleifprozesses – wird sichergestellt, dass immer neue und schnittige Schleifkörner im Einsatz sind. Dies erhöht nicht nur die geometrische Genauigkeit der Zahnräder, sondern verhindert auch thermische Schäden an den Zahnflanken.

Mit Reishauers Erfindung des LowNoise Shifting kommt eine weitere Dimension dazu: Auf den geschliffenen Zahnflanken können gezielte Oberflächenstrukturen erzeugt werden, welche der Geräuschentwicklung in Getrieben entgegenwirken.

Fein- und Polierschleifen in einer Aufspannung nach dem Vorschleifen bieten die Möglichkeit, die Oberflächengüte der Verzahnungen im kontinuierlichen Wälzschleifprozess weiter zu verbessern. Das Fein- und Polierschleifen von Zahnflanken reduziert nicht nur gezielt deren Oberflächenrauheit, es führt – bei unveränderter Baugröße – auch zu erhöhter Tragfähigkeit und verbesserter Energieeffizienz der Verzahnung. Die erzielte Energieeinsparung im Getriebe überträgt sich auf die Leistungsbilanz des gesamten Fahrzeugs.

Die hohe Produktivität des kontinuierlichen Wälzschleifens der Reishauer Maschinen ist eine direkte Konsequenz der ausgereiften Zweispindeltechnologie. Während auf der einen Werkzeugspindel ein Zahnrad geschliffen wird, kann auf der anderen Spindel zeitgleich das nächste Zahnrad ausgerichtet und positioniert werden. Es geht praktisch keine Zeit zwischen den Zerspanungsprozessen verloren. Bei Planetenrädern von Automatikgetrieben sind aufgrund dieser Technologie Taktzeiten von unter 10 Sekunden möglich und dies konstant im Dreischichtenbetrieb.

Beim Hochgeschwindigkeitsschleifen mit 100 m/s steht neben der Verkürzung der Schleifzeiten auch die Stabilisierung der Prozesssicherheit im Vordergrund. Die hohe Prozessgeschwindigkeit reduziert den Vorschub und somit auch die Vorschubwelligkeit und verbessert die Makrogeometrie. Außerdem erhöht sich die zulässige Schleifbrandgrenze als Folge der kürzeren Kontaktzeiten zwischen Zahnrad und Schleifschnecke im Vergleich zur 80 m/s Umfangsgeschwindigkeit.

Reishauer “Twist-Control Grinding” (TCG) – das Schleifen von Verzahnungen mit definierter Verschränkung – gewinnt in der Praxis immer mehr an Bedeutung. Die Technologie gibt den Getriebekonstrukteuren neue Freiheitsgrade bei der Auslegung von Verzahnungsgeometrien und ermöglicht das weitere Erhöhen der Leistungsdichte von Getrieben. Das Reishauer TCG Verfahren setzt sich aufgrund seiner hohen Produktivität auch in der Serienfertigung durch.

Reishauers Philosophie umfasst die Eigenfertigung aller Schlüsselkomponenten in der Schweiz: Maschine, Schleifwerkzeug, Diamantabrichter und Spannmittel. Diese bleiben somit im eigenen, direkten Einflussbereich und stützen die Kunden in deren Prozessführung. „Alles aus eigener Hand“ sind keine leeren Worte: Reishauer kann die Verantwortung für die ganze Schleifprozesskette wahrnehmen.

Durch die Neu- und Weiterentwicklungen ist Reishauer bereit, auch zukünftig den technologischen Führungsanspruch zu wahren. Absolute Prozesssicherheit, tiefere Life-Cycle-Cost und erhöhte Bedienerfreundlichkeit sind nur einige Themen, deren Umsetzung Reishauers Zukunft sichert.

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